Micropayment – Alter Hut oder neuer Hype?

Nun ist es bald ein Jahr her seit Fertigstellung meiner Bachelorarbeit mit dem Thema „Analyse von E-Commerce Geschäftsmodellen mit Content Syndication unter Nutzung von Micropayment-Bezahlprozessen„. Aber trotzdem, so richtig viel Neues gibt es nicht zu dem Thema. Es hat sich also im letzten Jahr kaum etwas getan im Micropayment-Markt. Schaut man sich die Google Trend Abbildung einmal an, so kann man doch einen Zuwachs des Interesses an „Online Payment“ in der letzten Zeit feststellen. Das ist doch schon einmal ein Anfang. Der Suchbegriff Micropayment wird leider (noch) nicht gelistet in Google Trends.

Nun möchte ich jedoch das Pferd nicht von hinten aufzäumen und beginne mit der Frage:

Was ist Micropayment?

Mit Micropayment gibt man Nutzern die Möglichkeit  digitale oder (seltener) physische Güter im Niedrigpreissegment zur erwerben. Im Vordergrund steht hierbei vor allem die Einfachheit des Bezahlprozesses bzw. der finanziellen Transaktion. Es wird angestrebt die Geldbörse virtuell nachzubilden. Die angebotenen Güter liegen meist in digitaler Form vor. So könnten mit Micropayment z.B. Musikstücke in Form von MP3-Dateien, redaktionelle Texte in Form von PDF Dateien oder auch virtuelle Güter in Onlinespielen erworben werden. Ein einfaches Beispiel und vor allem ein Vorreiter in diesem Sektor war und ist die Stiftung Warentest. Hier werden einzelne Testberichte ab 50 Cent verkauft und das Geschäftsmodell geht, zumindest hier, auf.

Content ist King

Dieser Slogen gilt nach wie vor und insbesondere im Zusammenhang mit dem Thema Micropayment bzw. Bezahlinhalte. Gerade im redaktionellen Bereich versuchen derzeit große Verlage irgendwie mit der Vermarktung Ihrer Inhalte auch in Zusammenhang mit Mikrozahlung, wie es zu deutsch heißt, an den Kunden zu bringen. Die Webseiten kosten Geld und die geschalteten Werbebanner scheinen dies nicht ganz hereinzuholen. Immer wieder hört man von einzelnen Verlagen, dass nun endlich der Schritt in diese Richtung gewagt werde und kurze Zeit später rudert derselbe Verlag dann reumütig zurück. Dieses Konzept kann nur mit wirklich exklusivem Inhalt aufgehen. Content welcher über andere „gleichwertige“ Quellen dann kostenlos bezogen werden kann ist für den Käufer logischerweise uninteressant.

Im November 2008 schrieb ein bekannter Blogger einen Artikel mit dem Namen Micropayment = MacroPainment. Dieser Teaser bringt es irgendwie sehr treffend auf den Punkt, da dieses Thema in Deutschland doch recht weit am Boden „rumdümpelt“. Richtige Innovationen gibt es nicht. Zumindest nicht auf Seiten der Content-Anbieter.

Bachelorarbeit „Micropayment“ erwerben

Meine Bachelorarbeit mit dem Thema Micropayment kann seit kurzem auch mit vielen Micropayment-Zahlungsarten erworben werden. Unter www.mikrozahlung.de darf man sich auch gerne die von mir verwendeten Online-Bezahlmöglichkeiten auch einmal einfach nur anschauen. Ich setze hauptsächlich auf PayPal und die Angebote der Firma Micropayment GmbH. An der Stelle möchte ich den Support des Unternehmens Micropayment GmbH einmal loben. Technische Fragen werden adäquat und auch umgehend beantwortet und es wird Hilfestellung in jeder erdenklichen Form angeboten.

Gerade heute (25.2.10) wurde auch ein Artikel über dieses Thema mit mir als Interviewpartner in der Kitzinger Zeitung veröffentlicht. Diesen Artikel über Micropayment, speziell im Verlagswesen, stelle ich natürlich gerne bereit.

Social Micropayment

Einen interessanten und vor allem höchst innovativen Ansatz zu diesem Thema bietet zur Zeit Flattr. Flattr ist in der BETA-Phase und hat im Moment einen relative exklusiven Teilnehmerkreis. Die Idee dahinter ist folgende: Auf der einen Seite gibt es die Internetnutzer die interessanten Content, wie z.B. Blogartikel, Musikstücke, E-Books erstellen und auf der anderen Seite gibt es diejenigen die von diesem Content profitieren indem Sie z.B. gerne den Blogartikel lesen.

Um interessanten Content zu fördern können nun die Contentbezieher (z.B. Leser eines Blogs) sich bei Flattr anmelden und einen bestimmten monatlichen Betrag festlegen. Diesen Betrag können Sie nun auf den Seiten der Contentersteller (z.B. Musiker, Blogger etc) durch Klick auf den (hoffentlich) vorhanden Flattr-Button aufteilen. Der Betrag wird dann am Ende des Monats an die Flattr-Button-Inhaber verteilt.

Ein kleines Beispiel zur Verdeutlichung: Ich bin Internetnutzer und möchte guten Inhalt fördern. Also melde ich mich bei Flattr an und richte einen monatlichen Betrag in Höhe von 5 Euro ein. Nun besuche ich in diesem Monat 50 Webseiten mit gutem Inhalt und Flattr-Button. Durch mein jeweiliges klicken habe ich dann dort den Inhabern der Webseiten jeweils 10 Cent „gespendet“. Recht interessantes System. Man darf gespannt sein was daraus wird. Wie ist denn eure Meinung zum Thema Micropayment bzw. zu Flattr?

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