Linkaufbau – Welche ist die richtige Strategie?

Wieder einmal ruft der Webmasterfriday dazu auf einen Artikel zu einem bestimmten Thema zu schreiben. Die Themen rotieren wöchentlich und ich muss gestehen, dass dies mein erster Artikel zu einem bestimmten Thema ist. Diese Woche interessiert mich aber ganz besonders was zu der Frage „Was ist die richtige Linkbuilding-Strategie?“ geschrieben wird.

Zum Thema an sich möchte ich auch gerne, für die Leser die nicht fachlich involviert sind, kurz erklären worum es beim Linkbuilding – oder auch zu Deutsch: Linkaufbau – eigentlich geht. Es ist für ein Unternehmen – ob nun Einzelunternehmen oder Großkonzern – nicht nur wichtig eine eigene Webseite sein Eigen zu nennen, sondern auch dafür zu sorgen, dass sich der ein oder andere Besucher und damit auch potentielle Kunde auf diese Informationsquelle begibt. Eine eigene Internetseite nützt nichts, wenn sie nicht gefunden bzw. besucht wird. Obwohl es in machen Fällen gar nicht mal so schlecht ist, wenn man die Webseite nicht findet! Die Ziele des Linkaufbaus sollten also sein: Besucher auf die eigene Internetpräsenz zu bewegen. Hierzu ist ein geplanter Linkaufbau unerläßlich. Warum sind sog. Backlinks für Suchmaschinen eigentlich so wichtig? Auch auf diese Frage möchte ich kurz eingehen: Das Erfolgsrezept der Suchmaschine Google waren und sind die besseren Suchergebnisse. Doch wie werden die Suchergebnisse relevant? Hierzu bedient sich Google vieler Faktoren um eine Webseite im Hinblick auf einen Suchbegriff zu bewerten. Einer davon sind Links, die von außerhalb auf die eigene Webseite zeigen. Hier wertet Google diese Links quasi als Empfehlung der eigenen Internetpräsenz von anderen. So kommt es dann zu Aussagen von einem bekannten deutschen SEO und ehemaligem Google Mitarbeiter wie diese: „Fuck inspiration – get Links!“. Markus Tandler alias Mediadonis hat es hier wohl auf den Punkt gebracht.

Ich persönlich würde jedoch nicht ganz soweit gehen und komplett auf „Inspiration“ verzichten. Es schadet nicht beim Linkaufbau seine kreative Ader etwas auszuleben. Aber eins nach dem anderen. Zuerst einmal muss eine neue Webseite von Google indiziert werden, sprich Google muss erst einmal in Erfahrung bringen, dass es diese Seite überhaupt gibt. Hier kann man die Webmastertools zu Hilfe nehmen oder einfach die Seite von ein paar eigene Seiten verlinken und eventuell zusätzlich diese in eine handvoll Artikelverzeichnisse einzutragen und ein paar Social-Bookmarks zu setzen.

Es gilt auf jeden Fall den Linkaufbau nicht zu schnell angehen zu lassen. Was bedeutet das nun? Mein ehemaliger Dozent des Schwerpunktes E-Commerce an der FH Würzburg Prof. Dr. Mario Fischer meinte auf der SMX 2010 in einem Vortrag dazu, dass man etwa monatlich 20% der bestehenden Links zusätzlich (gefahrlos) aufbauen dürfe. Es ist nun einmal unnatürlich, wenn auf einer neuen Webseite plötzlich 2000 Links aus Russland eingehen. Und Unnatürliches läßt auch bei Google die Alarmglocken läuten. Hier gilt es auch als SEO einen gesunden Linkmix an den Tag zu legen und wenn man möchte, kann man auch gerne die erste Ausgabe der Zeitschrift des Professors erwerben, da bereits in dieser auf dieses spannende Thema eingegangen wird.

Nachdem man nun die Seite mit ein paar „Erstlinks“ versorgt hat und die ersten Monate kontinuierlich Links durch Blogeinträge, Pressemitteilungen, Social Bookmarks, Artikelverzeichnisse (unter anderem natürlich auch DMOZ) hinzugefügt hat gilt es nun die Besucher zur „Selbstverlinkung“ zu bewegen. Und bei allem Respekt Herr Tandler, hier ist nun doch etwas „Inspiration“ gefragt. Fachartikel über den eigenen Tätigkeitsbereich, ein Rezepte-Blog oder auch einfach Downloads anbieten, welche dem Nutzer einen Mehrwert versprechen. Hierdurch erhält man die Links dann schon „vollautomatisch“, so dass der Erfolg – z.B. weiter oben in den Google Suchergebnissen zu stehen – nicht lange auf sich warten lassen dürfte.

Sollte jemand nicht ganz so kreativ sein, so wird es etwas schwieriger in Sachen Linkaufbau. Linktausch werde ich hier einmal als Alternative nennen. Auch wenn diese Art des Linkaufbaus in etwa so zeitaufwendig ist wie guten Content erstellen. Um an interessante Links zu kommen geben Sie einfach die Wunschkeywords in Google ein und schreiben relevante Webseiten aus den ersten 200 Suchergebnissen einfach freundlich per Mail an. Ich denke Ehrlichkeit währt hier am längsten. Weitere gute Tipps zum Thema Linkaufbau gibt es auch auf akademie.de.

Grundsätzlich gilt es einfach zu erkennen, dass Linkaufbau wichtig ist und es nicht die eine Linkbuilding-Strategie gibt. Neue Webseiten haben andere Ansatzpunkte als schon länger bestehende, an Firmenwebseiten muss man anders herangehen wie an Unternehmens-Blogs, Onlineshops haben andere Schwerpunkte als Einzelunternehmenswebseiten. Ohne großartig Werbung machen zu wollen empfiehlt es sich auch hier, wie in vielen anderen Bereichen auch, Spezialisten mit der Ausarbeitung der gesamten Online-Marketing-Strategie zu beauftragen und nicht die erstbesten Backlinks auf Ebay zu ersteigern.

Christian
Christian
Nachdem Christian Hörner erste berufliche Erfahrungen im Online Marketing bei der 004 GmbH in Aschaffenburg gesammelt hatte, war er während seines nachfolgenden Masterstudiums an der FH Würzburg bereits Werkstudent und Masterand bei der KIM Krick Interactive Media GmbH. Seit September 2012 wird er dort in den Bereichen Suchmaschinenwerbung und -optimierung Vollzeit eingesetzt und hat seit Sommer 2016 die Position des stellvertretenden Teamleiters inne.

6 Kommentare

  1. Axel sagt:

    Hallo Gernot,

    guter Artikel, aber monatlich sollte man nicht mehr als 10% Linkwachstum haben (sagte auch Mario Fischer auf der SMX so). Wobei man natürlich locker 20% monatlich neu aufbauen kann, wenn man 10% in diesem Zeitraum verliert. Wobei – wer 10% Links im Monat verliert hat sowieso ein Problem: Das sieht dann danach aus, als ob man Links gekauft hat, die dann auslaufen. Ist also auch nicht so astrein.

  2. Gernot sagt:

    Hi Axel,
    vielen Dank für Deinen Kommentar. Ich bin auch der Meinung, dass die 20% mal eben ein grober Anhalt sind. Das ist bzw. kann von Fall zu Fall sehr unterschiedlich sein. Wenn ein Neukunde gerade einmal 10 Backlinks hat, kann man im ersten Monat auch gerne einmal etwas mehr als 2 Links neu einstellen 😉
    Linkverluste versuche ich eigentlich zu vermeiden und du hast recht: Linkverluste von 10% pro Monat sollten eher nicht die Regel sein.

  3. chris sagt:

    Schöner Artikel!
    also ich denke, dass die Prozentzahlen wirklich eher ein ganz grober Ansatzpunkt sein sollten. Das einzige, was Google ja ganz stark versucht, ist Manipulation seitens des Betreibers zu vermeiden, da denke ich , man sollte es in der Tat nicht zu schnell angehen lassen. eventuell sollte man sich darüber Gedanken machen, wie das bei wirklich großen und erfolgreichen Seiten funktioniert und das dann zu simulieren, allerdings ist der Aufwand schon extrem am Anfang, wahrscheinlich spart einem ein gutes Konzept und eine treffende Marktlücke eine ganze Menge Arbeit durch zb SEM.

  4. Mike B. sagt:

    Viele Danke, auch für mich ist es nicht leicht gewesen eine vernünftigen Linkaufbau zu betreiben. Gerade wenn man neu in der Branche ist, kann man schnell eine falsche Strategie wählen.

  5. paul sagt:

    @mike: der anfang ist natürlich am schwierigsten. man hat eben nicht gleich zu beginn 100 gute tauschseiten…aber mit der zeit wird das schon!

  6. buch:mensch sagt:

    Na es ist schon schwierig, auf der einen Seite muss man natürlich enorm kontinuierlich fleißig sein, auf der anderen Seite aber auch einfach kreativ. Die besten Links kommen aber immer noch unbeabsichtigt. Ein Fahrradladen bei mir in der Nachbarschaft hat an eine Fabrikwand außen > 100 alte Fahrräder angeschraubt, weil sie nicht mehr wussten wohin damit. Die Fotos haben ein paar Radler in ihren Blogs gepostet und – ab ging die Post!

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